Hausnotruf Kosten 2026: Was zahlt die Pflegekasse wirklich?

Sebastian Neugart
Erfahren Sie alles über die Kosten für einen Hausnotruf im Jahr 2026. Bleiben Sie informiert über die neue Zuschusshöhe der Pflegekasse ab April 2026, aktuelle Preise der Anbieter und wie Sie als Selbstzahler oder mit Pflegegrad sparen können.
Wussten Sie, dass ein schneller Hilferuf nach einem Sturz im Haushalt über Leben und Tod entscheiden kann? Ein Hausnotrufsystem bietet nicht nur maximale Sicherheit, sondern ermöglicht auch ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden. Für Angehörige bedeutet es zudem eine enorme emotionale Entlastung.
Doch wie setzen sich die Kosten für einen Hausnotruf zusammen? Die gute Nachricht für 2026: Die Pflegekassen haben den monatlichen Zuschuss erhöht. Unser Ratgeber zeigt Ihnen detailliert, welche Gelder Ihnen zustehen, wie viel ein Basispaket kostet und wie Sie die Förderung richtig beantragen.

Das Wichtigste in Kürze

Was kostet ein Hausnotruf 2026 und was zahlt die Pflegekasse? Ein Hausnotruf-Basispaket kostet je nach Anbieter zwischen 23 und 29 Euro im Monat. Zum 1. April 2026 hat die Pflegekasse den monatlichen Zuschuss für anerkannte Pflegehilfsmittel von 25,50 Euro auf 27,00 Euro (netto) erhöht. Wer mindestens Pflegegrad 1 hat und überwiegend allein lebt, bekommt das Basispaket somit in der Regel komplett kostenlos. Für Selbstzahler ohne Pflegegrad sind die Kosten als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzbar.

Kostenfaktor
Ohne Pflegegrad (Selbstzahler)
Mit Pflegegrad (ab Grad 1)
Monatliche Grundgebühr (Basis) 23 bis 29 Euro 0 Euro (durch Zuschuss gedeckt)
Einmalige Anschlussgebühr
0 bis 60 Euro
0 Euro (Zuschuss 10,49 Euro)
Zusatzleistungen (z.B. Schlüssel) 4,50 bis 25 Euro monatlich 4,50 bis 25 Euro monatlich
Pflegekassen-Zuschuss Kein Anspruch 27,00 Euro monatlich (ab 01.04.2026)

Pflegekassen-Zuschuss 2026: Die Erhöhung ab April

Ein Hausnotruf gilt als anerkanntes technisches Pflegehilfsmittel. Wenn bei Ihnen oder einem Angehörigen bereits ein Pflegegrad vorliegt, übernimmt die Pflegeversicherung einen Großteil der Kosten.
Wie hoch ist der Pflegekassen-Zuschuss für den Hausnotruf 2026? Ab dem 1. April 2026 zahlt die Pflegekasse einen monatlichen Zuschuss von 27,00 Euro netto (entspricht 32,13 Euro brutto) für ein Hausnotrufsystem. Dies ist eine Erhöhung gegenüber dem bisherigen Satz von 25,50 Euro. Zusätzlich wird eine einmalige Installationspauschale in Höhe von 10,49 Euro übernommen.
Um diesen Zuschuss nach § 78 Absatz 1 SGB XI zu erhalten, müssen drei zwingende Voraussetzungen erfüllt sein:
  1. Pflegegrad: Es muss mindestens Pflegegrad 1 anerkannt sein.
  2. Wohnsituation: Die pflegebedürftige Person lebt gänzlich oder über weite Teile des Tages allein. Der Zuschuss wird auch gewährt, wenn eine Mitbewohnerin oder ein Mitbewohner im Notfall nicht in der Lage wäre, selbstständig Hilfe zu holen (beispielsweise aufgrund eigener gesundheitlicher Einschränkungen).
  3. Anerkannter Anbieter: Das gewählte Hausnotrufsystem muss von der Pflegekasse als Pflegehilfsmittel zertifiziert und anerkannt sein.
Wichtig für Bestandskunden:

Wenn Sie bereits einen Hausnotruf über die Pflegekasse abrechnen, müssen Sie nichts weiter tun. Die Anpassung des Zuschusses auf 27,00 Euro erfolgt ab April 2026 automatisch zwischen dem Anbieter und der Pflegekasse. Ihr monatlicher Eigenanteil bleibt in der Regel unverändert.

Was kostet ein Hausnotruf monatlich?

Die monatlichen Kosten für einen Hausnotruf variieren je nach Anbieter und gewähltem Leistungspaket. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem Basispaket und erweiterten Komfortpaketen.
Wie viel kostet ein Hausnotruf im Monat? Für ein klassisches Basispaket, das aus einer Basisstation und einem Notrufknopf (als Armband oder Halskette) besteht, liegen die Kosten im Jahr 2026 zwischen 23 und 29 Euro monatlich. Da der Pflegekassen-Zuschuss 27,00 Euro beträgt, ist dieses Basispaket für Personen mit Pflegegrad bei den meisten Anbietern komplett kostenfrei.
Wer zusätzliche Sicherheit wünscht, kann kostenpflichtige Zusatzleistungen hinzubuchen. Diese werden nicht von der Pflegekasse bezuschusst und müssen immer privat bezahlt werden:
  • Schlüsselhinterlegung: Damit Rettungskräfte im Notfall schnell in die Wohnung gelangen, ohne die Tür aufzubrechen, kann ein Wohnungsschlüssel beim Anbieter oder in einem Schlüsselsafe hinterlegt werden. Kosten: 4,50 bis 25 Euro monatlich oder einmalig bis zu 100 Euro.
  • Mobiler Notruf mit GPS: Für aktive Senioren, die auch unterwegs abgesichert sein möchten. Kosten: 35 bis 45 Euro monatlich.
  • Sturzerkennung: Ein spezieller Sensor am Körper erkennt schwere Stürze und löst automatisch einen Alarm aus, auch wenn der Träger bewusstlos ist. Kosten: meist als Teil eines Komfortpakets für 30 bis 57 Euro monatlich.

Einmalige Kosten: Anschluss und Installation

Neben den monatlichen Gebühren fallen bei der Einrichtung eines Hausnotrufsystems oft einmalige Kosten an.
Wie hoch sind die Installationskosten für einen Hausnotruf? Die einmalige Anschlussgebühr liegt je nach Anbieter zwischen 0 und 60 Euro. Wenn Sie einen Pflegegrad haben, übernimmt die Pflegekasse hiervon eine Installationspauschale in Höhe von 10,49 Euro. Viele Anbieter erlassen Neukunden mit Pflegegrad die restliche Anschlussgebühr komplett, sodass die Einrichtung für Sie kostenfrei ist.
Die Installation selbst ist unkompliziert. Ein Servicemitarbeiter des Anbieters kommt zu Ihnen nach Hause, schließt die Basisstation an das Strom- und Telefonnetz (oder Mobilfunknetz) an, programmiert das Gerät und erklärt Ihnen ausführlich die Funktionsweise.

Hausnotruf-Kosten von der Steuer absetzen

Wer keinen Pflegegrad hat und die Kosten für den Hausnotruf komplett selbst tragen muss, kann sich zumindest einen Teil des Geldes über die Einkommensteuererklärung zurückholen.
Kann ich die Kosten für einen Hausnotruf von der Steuer absetzen? Ja, die Ausgaben für ein Hausnotrufsystem können als „haushaltsnahe Dienstleistung“ gemäß § 35a EStG von der Steuer abgesetzt werden. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) in einem Grundsatzurteil (Az. VI R 18/14) entschieden. Es spielt dabei keine Rolle, dass sich die Notrufzentrale räumlich außerhalb Ihres Haushalts befindet.
Sie können 20 Prozent der jährlichen Kosten, maximal jedoch 4.000 Euro pro Jahr, direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen. Zwingende Voraussetzung: Sie benötigen ordentliche Rechnungen des Anbieters und die Beträge müssen per Banküberweisung bezahlt werden (keine Barzahlung).

Welches Hausnotrufsystem passt zu mir?

Der Markt für Hausnotrufsysteme ist groß. Neben den bekannten Wohlfahrtsverbänden wie dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), den Johannitern, den Maltesern oder dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) gibt es auch zahlreiche private Anbieter wie Libify oder Sonotel.
Stationärer oder mobiler Hausnotruf: Was ist besser? Die Entscheidung hängt von Ihrem Alltag ab.
  • Stationärer Hausnotruf: Ideal für Menschen, die sich überwiegend in der eigenen Wohnung aufhalten. Die Basisstation ist fest installiert, der Notrufknopf hat eine Reichweite von etwa 30 bis 50 Metern.
  • Mobiler Hausnotruf: Ideal für Senioren, die noch viel spazieren gehen, einkaufen oder im Garten arbeiten. Das Gerät funktioniert über das Mobilfunknetz und übermittelt im Notfall per GPS Ihren genauen Standort an die Rettungsleitstelle.
Praxis-Tipp: Achten Sie bei der Auswahl nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Vertragsbedingungen. Ein guter Vertrag hat keine langen Mindestlaufzeiten und kann im Todesfall oder bei einem Umzug ins Pflegeheim sofort und ohne zusätzliche Kosten gekündigt werden.

Antragsverfahren & Praxistipps für den reibungslosen Ablauf

Die Beantragung des Pflegekassen-Zuschusses ist erfreulich unbürokratisch, da die Hausnotruf-Anbieter Ihnen die meiste Arbeit abnehmen.
Checkliste: In 3 Schritten zum bezuschussten Hausnotruf
  1. Anbieter vergleichen: Holen Sie Angebote verschiedener Dienstleister ein und vergleichen Sie die monatlichen Kosten für das Basispaket sowie eventuelle Anschlussgebühren.
  2. Vertrag abschließen und Antrag ausfüllen: Wenn Sie sich für einen Anbieter entschieden haben, füllen Sie den Vertrag aus. Der Anbieter händigt Ihnen gleichzeitig das Formular „Antrag auf Kostenübernahme für ein Pflegehilfsmittel“ aus.
  3. Anbieter übernimmt die Abwicklung: Sie geben den unterschriebenen Antrag an den Hausnotruf-Anbieter zurück. Dieser reicht ihn bei Ihrer Pflegekasse ein und rechnet nach der Genehmigung die monatlichen 27,00 Euro direkt mit der Kasse ab. Sie müssen nicht in Vorleistung treten.

Fazit: Sicherheit muss nicht teuer sein

Ein Hausnotruf ist eine der sinnvollsten Investitionen in die eigene Sicherheit und Unabhängigkeit. Dank der Erhöhung des Pflegekassen-Zuschusses auf 27,00 Euro ab April 2026 ist das Basispaket für Menschen mit anerkanntem Pflegegrad in der Regel völlig kostenfrei. Doch auch für Selbstzahler sind die monatlichen Kosten von rund 25 Euro überschaubar und steuerlich absetzbar.
Zögern Sie nicht, sich abzusichern. Ein Vergleich der regionalen Anbieter hilft Ihnen, das System zu finden, das perfekt zu Ihren Bedürfnissen passt – ohne versteckte Kosten.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Zum 1. April 2026 erhöht die Pflegekasse den monatlichen Zuschuss für ein anerkanntes Hausnotrufsystem von bisher 25,50 Euro auf 27,00 Euro (netto). Für Bestandskunden erfolgt die Umstellung automatisch.

Ja. Der Anspruch auf den Pflegekassen-Zuschuss in Höhe von 27,00 Euro besteht bereits ab Pflegegrad 1. Da die Basispakete der meisten Anbieter zwischen 23 und 27 Euro kosten, deckt der Zuschuss die monatlichen Kosten komplett ab.

Nein, in der Praxis übernimmt das der von Ihnen gewählte Hausnotruf-Anbieter. Sie müssen lediglich das Antragsformular unterschreiben, das Ihnen der Anbieter bei Vertragsabschluss aushändigt.

Nein. Die Pflegekasse zahlt ausschließlich das Basispaket (Gerät, Notrufknopf, Aufschaltung auf die Zentrale). Jegliche Zusatzleistungen wie Schlüsselhinterlegung, mobiler Notruf oder automatische Sturzerkennung müssen Sie privat bezahlen.

Ja. Alle zertifizierten Hausnotrufsysteme verfügen über einen integrierten Akku, der die Basisstation bei einem Stromausfall für mehrere Stunden (meist 24 bis 48 Stunden) weiter mit Energie versorgt.

1 Hausnotruf-Ratgeber (2026). Hausnotruf Kosten 2026: Preise, Pakete & Zuschüsse im Überblick.
2 DRK Hausnotruf (2026 ). Pflegekassenzuschuss für Hausnotruf erhöht.
3 Libify (2026 ). Pflegekassenzuschuss für Hausnotrufgeräte 2026: Was sich ab April ändert.
4 Sozialgesetzbuch (SGB ) Elftes Buch (XI) - Soziale Pflegeversicherung. § 78 Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen.
5 DRK Hausnotruf (2026). Pflegekassenzuschuss für Hausnotruf erhöht.
6 Hausnotruf-Ratgeber (2026 ). Hausnotruf Kosten 2026: Preise, Pakete & Zuschüsse im Überblick.