Hausnotruf Kosten 2026: Was zahlt die Pflegekasse wirklich?
Das Wichtigste in Kürze
Was kostet ein Hausnotruf 2026 und was zahlt die Pflegekasse? Ein Hausnotruf-Basispaket kostet je nach Anbieter zwischen 23 und 29 Euro im Monat. Zum 1. April 2026 hat die Pflegekasse den monatlichen Zuschuss für anerkannte Pflegehilfsmittel von 25,50 Euro auf 27,00 Euro (netto) erhöht. Wer mindestens Pflegegrad 1 hat und überwiegend allein lebt, bekommt das Basispaket somit in der Regel komplett kostenlos. Für Selbstzahler ohne Pflegegrad sind die Kosten als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzbar.
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Kostenfaktor
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Ohne Pflegegrad (Selbstzahler)
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Mit Pflegegrad (ab Grad 1) |
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| Monatliche Grundgebühr (Basis) | 23 bis 29 Euro | 0 Euro (durch Zuschuss gedeckt) |
| Einmalige Anschlussgebühr |
0 bis 60 Euro
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0 Euro (Zuschuss 10,49 Euro) |
| Zusatzleistungen (z.B. Schlüssel) | 4,50 bis 25 Euro monatlich | 4,50 bis 25 Euro monatlich |
| Pflegekassen-Zuschuss | Kein Anspruch | 27,00 Euro monatlich (ab 01.04.2026) |
Pflegekassen-Zuschuss 2026: Die Erhöhung ab April
- Pflegegrad: Es muss mindestens Pflegegrad 1 anerkannt sein.
- Wohnsituation: Die pflegebedürftige Person lebt gänzlich oder über weite Teile des Tages allein. Der Zuschuss wird auch gewährt, wenn eine Mitbewohnerin oder ein Mitbewohner im Notfall nicht in der Lage wäre, selbstständig Hilfe zu holen (beispielsweise aufgrund eigener gesundheitlicher Einschränkungen).
- Anerkannter Anbieter: Das gewählte Hausnotrufsystem muss von der Pflegekasse als Pflegehilfsmittel zertifiziert und anerkannt sein.
Wenn Sie bereits einen Hausnotruf über die Pflegekasse abrechnen, müssen Sie nichts weiter tun. Die Anpassung des Zuschusses auf 27,00 Euro erfolgt ab April 2026 automatisch zwischen dem Anbieter und der Pflegekasse. Ihr monatlicher Eigenanteil bleibt in der Regel unverändert.
Was kostet ein Hausnotruf monatlich?
- Schlüsselhinterlegung: Damit Rettungskräfte im Notfall schnell in die Wohnung gelangen, ohne die Tür aufzubrechen, kann ein Wohnungsschlüssel beim Anbieter oder in einem Schlüsselsafe hinterlegt werden. Kosten: 4,50 bis 25 Euro monatlich oder einmalig bis zu 100 Euro.
- Mobiler Notruf mit GPS: Für aktive Senioren, die auch unterwegs abgesichert sein möchten. Kosten: 35 bis 45 Euro monatlich.
- Sturzerkennung: Ein spezieller Sensor am Körper erkennt schwere Stürze und löst automatisch einen Alarm aus, auch wenn der Träger bewusstlos ist. Kosten: meist als Teil eines Komfortpakets für 30 bis 57 Euro monatlich.
Einmalige Kosten: Anschluss und Installation
Hausnotruf-Kosten von der Steuer absetzen
Welches Hausnotrufsystem passt zu mir?
- Stationärer Hausnotruf: Ideal für Menschen, die sich überwiegend in der eigenen Wohnung aufhalten. Die Basisstation ist fest installiert, der Notrufknopf hat eine Reichweite von etwa 30 bis 50 Metern.
- Mobiler Hausnotruf: Ideal für Senioren, die noch viel spazieren gehen, einkaufen oder im Garten arbeiten. Das Gerät funktioniert über das Mobilfunknetz und übermittelt im Notfall per GPS Ihren genauen Standort an die Rettungsleitstelle.
Antragsverfahren & Praxistipps für den reibungslosen Ablauf
- Anbieter vergleichen: Holen Sie Angebote verschiedener Dienstleister ein und vergleichen Sie die monatlichen Kosten für das Basispaket sowie eventuelle Anschlussgebühren.
- Vertrag abschließen und Antrag ausfüllen: Wenn Sie sich für einen Anbieter entschieden haben, füllen Sie den Vertrag aus. Der Anbieter händigt Ihnen gleichzeitig das Formular „Antrag auf Kostenübernahme für ein Pflegehilfsmittel“ aus.
- Anbieter übernimmt die Abwicklung: Sie geben den unterschriebenen Antrag an den Hausnotruf-Anbieter zurück. Dieser reicht ihn bei Ihrer Pflegekasse ein und rechnet nach der Genehmigung die monatlichen 27,00 Euro direkt mit der Kasse ab. Sie müssen nicht in Vorleistung treten.
Fazit: Sicherheit muss nicht teuer sein
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Zum 1. April 2026 erhöht die Pflegekasse den monatlichen Zuschuss für ein anerkanntes Hausnotrufsystem von bisher 25,50 Euro auf 27,00 Euro (netto). Für Bestandskunden erfolgt die Umstellung automatisch.
Ja. Der Anspruch auf den Pflegekassen-Zuschuss in Höhe von 27,00 Euro besteht bereits ab Pflegegrad 1. Da die Basispakete der meisten Anbieter zwischen 23 und 27 Euro kosten, deckt der Zuschuss die monatlichen Kosten komplett ab.
Nein, in der Praxis übernimmt das der von Ihnen gewählte Hausnotruf-Anbieter. Sie müssen lediglich das Antragsformular unterschreiben, das Ihnen der Anbieter bei Vertragsabschluss aushändigt.
Nein. Die Pflegekasse zahlt ausschließlich das Basispaket (Gerät, Notrufknopf, Aufschaltung auf die Zentrale). Jegliche Zusatzleistungen wie Schlüsselhinterlegung, mobiler Notruf oder automatische Sturzerkennung müssen Sie privat bezahlen.
Ja. Alle zertifizierten Hausnotrufsysteme verfügen über einen integrierten Akku, der die Basisstation bei einem Stromausfall für mehrere Stunden (meist 24 bis 48 Stunden) weiter mit Energie versorgt.