Barrierefreies Bad planen:

Die 7 wichtigsten Maßnahmen für Senioren 2026

Sebastian Neugart

 

Erfahren Sie, wie Sie Ihr Badezimmer altersgerecht und sicher umbauen. Von der bodengleichen Dusche bis zu rutschfesten Fliesen – wir zeigen Ihnen die 7 wichtigsten
Maßnahmen für ein barrierefreies Bad und wie Sie bis zu 4.180 Euro Förderung erhalten.

Das Badezimmer ist für Senioren oft der gefährlichste Raum im Haus. Eine Studie zeigt, dass etwa 75 Prozent aller Stürze in Pflegeeinrichtungen entweder im Bewohnerzimmer oder im Badezimmer passieren. Ein barrierefreier Badumbau ist daher eine der wichtigsten Maßnahmen, um die Sicherheit zu erhöhen und ein selbstbestimmtes Leben im Alter zu ermöglichen. Doch welche Anpassungen sind wirklich sinnvoll und wie lassen sich diese finanzieren? In diesem Ratgeber stellen wir Ihnen die 7 wichtigsten Maßnahmen für ein barrierefreies Bad vor und erklären, welche Vorgaben nach DIN 18040-2 gelten.

Das Wichtigste in Kürze

Welche Maßnahmen sind für ein barrierefreies Bad am wichtigsten?

Zu den 7 wichtigsten Maßnahmen für ein barrierefreies Bad zählen der Einbau einer bodengleichen Dusche, die Montage von Halte- und Stützgriffen, ein erhöhtes WC, ein unterfahrbarer Waschtisch, rutschfeste Bodenfliesen, eine ausreichend breite Tür sowie eine blendfreie Beleuchtung. Diese Anpassungen reduzieren das Sturzrisiko erheblich. Über die Pflegekasse können Sie für diese Maßnahmen ab Pflegegrad 1 einen Zuschuss von bis zu 4.180 Euro erhalten.

Maßnahme  Durchschnittliche Kosten 2026 Förderung möglich durch
Bodengleiche Dusche 1 2.500 – 5.000 Euro Pflegekasse, KfW
Halte- und Stützgriffe 50 – 200 Euro (pro Griff) Krankenkasse (mit Rezept)
Erhöhtes WC 400 – 1.200 Euro Pflegekasse, KfW
Unterfahrbarer Waschtisch 300 – 800 Euro Pflegekasse, KfW
Rutschfeste Fliesen (pro m²) 40 – 80 Euro Pflegekasse, KfW
Türverbreiterung (auf 90 cm) 800 – 1.500 Euro Pflegekasse, KfW

Maßnahme 1: Warum ist eine bodengleiche Dusche entscheidend?

Warum sollte eine Dusche im barrierefreien Bad bodengleich sein?

Eine bodengleiche Dusche eliminiert die gefährliche Einstiegsschwelle einer herkömmlichen Duschwanne oder Badewanne und reduziert so das Sturzrisiko beim Ein- und Aussteigen drastisch.

Gemäß der DIN 18040-2 für barrierefreies Bauen muss die Duschfläche stufenlos begehbar sein. Für eine barrierefreie Nutzung ist eine Bewegungsfläche von mindestens 120 x 120 Zentimetern vorgeschrieben, für eine rollstuhlgerechte Ausführung sogar 150 x 150 Zentimeter. Ein Duschklappsitz oder ein mobiler Duschhocker ermöglicht zudem die Körperpflege im Sitzen, was bei nachlassender Kraft oder Gleichgewichtsproblemen enorm entlastet.

Maßnahme 2: Welche Halte- und Stützgriffe sind sinnvoll?

Wo sollten Halte- und Stützgriffe im Badezimmer angebracht werden?

Halte- und Stützklappgriffe sollten überall dort montiert werden, wo Halt und Unterstützung beim Aufstehen oder Hinsetzen benötigt wird – insbesondere neben dem WC, in der Dusche und an der Badewanne.

Fest verschraubte Griffe bieten Sicherheit und beugen Stürzen vor. Stützklappgriffe neben der Toilette erleichtern das Umsetzen vom Rollstuhl oder das einfache Aufstehen. Wenn diese Griffe ärztlich verordnet werden, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für diese Hilfsmittel, sodass Sie lediglich die gesetzliche Zuzahlung von maximal 10 Euro leisten müssen.

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Maßnahme 3: Wie hoch sollte ein altersgerechtes WC sein?

Welche Sitzhöhe ist für ein altersgerechtes WC optimal?

Für ein altersgerechtes WC wird eine Sitzhöhe von 46 bis 48 Zentimetern empfohlen, da diese Höhe das Hinsetzen und Aufstehen bei eingeschränkter Mobilität deutlich erleichtert.

Normale Toiletten sind oft zu niedrig, was für Senioren mit Knie- oder Hüftproblemen eine große Anstrengung bedeutet. Neben dem Austausch der gesamten Toilette gegen ein erhöhtes Modell gibt es auch die Möglichkeit, eine Toilettensitzerhöhung als Hilfsmittel zu nutzen. Diese kann ebenfalls vom Arzt verschrieben und über die Krankenkasse abgerechnet werden.

Maßnahme 4: Was zeichnet einen unterfahrbaren Waschtisch aus?

Welche Eigenschaften muss ein barrierefreier Waschtisch haben?

Ein barrierefreier Waschtisch muss unterfahrbar sein, sodass er auch im Sitzen oder mit einem Rollstuhl bequem genutzt werden kann. Die empfohlene Einbauhöhe liegt bei 80 bis 85 Zentimetern.

Zudem sollte der Waschtisch über einen Flachaufputzsiphon oder einen Unterputzsiphon verfügen, damit die Beinfreiheit nicht durch Rohre eingeschränkt wird. Ein leicht bedienbarer Einhebelmischer, idealerweise mit einem verlängerten Hebel oder eine berührungslose Armatur, erleichtert die Nutzung zusätzlich, besonders wenn die Beweglichkeit der Hände eingeschränkt ist.

Maßnahme 5: Warum sind rutschfeste Bodenbeläge wichtig?

Warum ist ein rutschfester Bodenbelag im Badezimmer unerlässlich?

Ein rutschfester Bodenbelag verhindert das Ausrutschen auf nassen Fliesen, was eine der Hauptursachen für schwere Stürze im Badezimmer ist.

Die DIN 18040-2 schreibt für den Duschbereich rutschhemmende Bodenbeläge der Bewertungsgruppe R10/B vor. Auch im restlichen Badezimmer sollten Fliesen mit einer
entsprechenden Rutschfestigkeitsklasse gewählt werden. Alternativ können spezielle Anti Rutsch-Beschichtungen nachträglich aufgetragen werden, um vorhandene Fliesen sicherer zu machen.

Maßnahme 6: Welche Anforderungen gelten für die Badezimmertür?

Wie breit muss die Tür in einem barrierefreien Badezimmer sein?

Die Tür in einem barrierefreien Badezimmer muss eine lichte Durchgangsbreite von mindestens 80 Zentimetern aufweisen, für eine rollstuhlgerechte Nutzung sind mindestens 90 Zentimeter vorgeschrieben.

Zudem dürfen barrierefreie Türen keine Schwellen haben. Ist dies technisch nicht anders lösbar, ist eine maximale Schwellenhöhe von 2 Zentimetern zulässig. Ein weiterer wichtiger Sicherheitsaspekt: Die Badezimmertür muss sich zwingend nach außen öffnen lassen. So kann die Tür im Notfall, beispielsweise wenn eine Person im Bad gestürzt ist und vor der Tür liegt, problemlos von außen geöffnet werden.

Maßnahme 7: Wie hilft eine gute Beleuchtung bei der Orientierung?

Warum ist eine gute Beleuchtung im altersgerechten Bad wichtig?

Eine gute, blendfreie Beleuchtung hilft bei der räumlichen Orientierung, gleicht nachlassendes Sehvermögen im Alter aus und macht Stolperfallen rechtzeitig sichtbar.

Zusätzlich zur Beleuchtung sollten Farbkontraste eingesetzt werden. Wenn sich der Boden optisch deutlich von den Wänden abhebt und auch Sanitärobjekte wie das WC oder der Waschtisch sich farblich vom Hintergrund absetzen, fällt die Orientierung wesentlich leichter. Dies ist besonders für Menschen mit Demenz oder starker Sehschwäche eine große Hilfe.

Förderung: Welche Zuschüsse gibt es für den Badumbau 2026?

Welche finanziellen Hilfen gibt es für den barrierefreien Badumbau?

Die wichtigste finanzielle Hilfe ist der Zuschuss der Pflegekasse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen in Höhe von bis zu 4.180 Euro, der ab Pflegegrad 1 gewährt wird.

Zusätzlich bietet die KfW-Bank mit dem Programm 159 zinsgünstige Kredite bis zu 50.000 Euro an, unabhängig von einem Pflegegrad. Für das Frühjahr 2026 ist zudem der Neustart des KfW Zuschusses 455-B geplant, der 10 bis 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten (maximal 6.250 Euro) abdeckt. [2] Wichtig: Stellen Sie alle Anträge auf Förderung unbedingt vor Beginn der Umbaumaßnahmen.

FAQ

Die häufigsten Fragen

Ja, der Einbau einer bodengleichen Dusche gilt als wohnumfeldverbessernde Maßnahme. Wenn ein Pflegegrad (1 bis 5) vorliegt, bezuschusst die Pflegekasse diesen Umbau mit bis zu 4.180 Euro. Der Antrag muss vor Baubeginn gestellt werden.

Nein, die Förderprogramme der KfW Bank (wie der Kredit 159 oder der Zuschuss 455-B) sind alters- und pflegegradunabhängig. Sie richten sich an alle, die Barrieren in ihrem Wohnraum reduzieren möchten.

Ein barrierefreies Bad ist für Menschen mit leichter Gehbehinderung oder Rollator nutzbar (Bewegungsfläche 120 x 120 cm). Ein rollstuhlgerechtes Bad bietet noch mehr Platz (Bewegungsfläche 150 x 150 cm) und breitere Türen (mindestens 90 cm), um mit dem Rollstuhl rangieren zu können.

Ja, wenn Halte- und Stützgriffe von einem Arzt verordnet wurden, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten, da diese als medizinische Hilfsmittel gelten. Sie zahlen lediglich die gesetzliche Zuzahlung von maximal 10 Euro.

Ja, wenn Sie keine anderen Zuschüsse (wie KfW oder Pflegekasse) erhalten, können Sie 20 Prozent der Handwerkerkosten (Arbeits und Fahrtkosten, nicht das Material) bis zu maximal 1.200 Euro im Jahr steuerlich absetzen.

1 Bundesministerium der Justiz. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 554 Barrierefreiheit.
2 SWR. Barrierefreier Umbau der Mietwohnung: Wer zahlt? (23.03.2026 )
3 KfW. Barrierereduzierung – Investitionszuschuss (455-B ).