Bodengleiche Dusche nachträglich einbauen:

Voraussetzungen, Ablauf und Kostenfallen

Luisa Scholz

Was der nachträgliche Einbau einer bodengleichen Dusche wirklich voraussetzt: Aufbauhöhe, Entwässerung und Abdichtung nach DIN 18534. Mit realistischem Zeitplan, Kostenspannen 2026 und den acht häufigsten Kostenfallen.

Die bodengleiche Dusche ist die wirksamste Einzelmaßnahme, um ein Badezimmer sicherer zu machen. Sie beseitigt genau jene Barriere, an der im Alltag am häufigsten gestürzt wird: die hohe Kante der Duschtasse oder der Wannenrand. Gleichzeitig ist sie die technisch anspruchsvollste Maßnahme im Bad, weil sie in den Bodenaufbau, die Entwässerung und die Bauwerksabdichtung eingreift.

Genau daraus entstehen die typischen Enttäuschungen. Ein Angebot über 3.500 Euro wird zur Rechnung über 7.000 Euro, weil die Abwasserleitung verlegt werden muss. Oder es entsteht am Ende doch eine Stufe, weil die Aufbauhöhe im Altbau nicht reichte. Dieser Ratgeber erklärt daher zuerst, was Ihr Bad technisch hergeben muss, und beschreibt danach Ablauf, Kosten und die Stellen, an denen es teuer wird.

Das Wichtigste in Kürze

Was kostet und was braucht der nachträgliche Einbau einer bodengleichen Dusche?

Entscheidend ist die Aufbauhöhe des Bodens: Gängige Systeme benötigen 65 bis 100 mm, extraflache Duschrinnen kommen mit 20 bis 40 mm Einbauhöhe aus. Der Umbau von der Wanne zur bodengleichen Dusche kostet 2026 rund 4.000 bis 8.000 Euro und dauert etwa drei bis fünf Arbeitstage. Der Boden muss nach DIN 18534 abgedichtet werden. Die Pflegekasse zahlt bei Pflegegrad bis zu 4.180 Euro je Maßnahme.

Punkt Anforderung / Wert 2026 Quelle
Aufbauhöhe Standardsysteme 65 bis 100 mm haus.de
Aufbauhöhe extraflache Rinne 20 oder 40 mm Bäder Seelig
Schwelle nach DIN 18040-2 max. 2 cm, bei Rollstuhlnutzung schwellenlos DIN 18040-2
Bodengefälle 0,5 bis 1,5 %, max. 2 % Nullbarriere
Abdichtung DIN 18534, Wassereinwirkungsklasse W2-I im Duschbereich DIN 18534
Rutschhemmung mind. Bewertungsgruppe B und R10 DGUV 207-006 / 108-003
Kosten Umbau Wanne zu Dusche 4.000 bis 8.000 Euro Eventbau
Dauer 3 bis 5 Arbeitstage, mit Komplettverfliesung bis eine Woche Eventbau

Was ist eine bodengleiche Dusche und wann gilt sie als barrierefrei?

Was bedeutet bodengleich?

Eine bodengleiche Dusche hat keine erhöhte Duschtasse: Der Duschboden liegt auf demselben Niveau wie der übrige Badboden, das Wasser läuft über ein Gefälle in eine Rinne oder einen Punktablauf. Barrierefrei im Sinne der DIN 18040-2 ist sie, wenn der Übergang niveaugleich ist – eine Absenkung von höchstens 2 cm ist zulässig, sofern die Übergänge abgeschrägt sind.

Die Begriffe werden im Handel unscharf verwendet. Zur Orientierung:

Begriff Bedeutung Barrierefrei nach DIN 18040-2?
Bodengleich / ebenerdig Duschboden auf Niveau des Badbodens, Gefälle zum Ablauf Ja, wenn Absenkung ≤ 2 cm und Übergänge abgeschrägt
Schwellenlos vollständig ohne Höhenversatz, durchgehend verfliest Ja, erfüllt auch die Rollstuhlanforderung „R“
Extraflache Duschwanne flache Wanne mit Restaufkantung von 2,5 bis 4 cm Nein, überschreitet die 2-cm-Grenze
Walk-in-Dusche offene Dusche ohne Tür, sagt nichts über die Schwelle aus nur wenn zugleich bodengleich ausgeführt

Wichtig für die spätere Nutzung: Moderne Rinnensysteme erlauben es, auf die von der Norm eingeräumte Absenkung von 2 cm ganz zu verzichten und den Boden schwellenfrei durchzufliesen. Fachlich empfohlen wird in jedem Fall ein ausreichend groß dimensionierter Bodeneinlauf.

Ein Detail, das die Nutzbarkeit erheblich beeinflusst, ist die Flächenanrechnung. Nach DIN 18040-2 darf die Fläche des Duschplatzes in die Bewegungsflächen des Sanitärraums einbezogen werden, wenn der Übergang bodengleich gestaltet ist und die zur Entwässerung erforderliche Neigung maximal 2 Prozent beträgt. In kleinen Bädern ist das oft der einzige Weg zu einer normgerechten Lösung.

Welche baulichen Voraussetzungen muss mein Bad erfüllen?

Wovon hängt es ab, ob eine bodengleiche Dusche möglich ist?

Von vier Faktoren: der Aufbauhöhe des Fußbodens, der Lage des Abflusses, der Deckenkonstruktion und der Möglichkeit, den Boden nach DIN 18534 fachgerecht abzudichten. Gängige Systeme für bodengleiche Duschen benötigen eine Gesamtaufbauhöhe von 65 bis 100 mm.

Die Aufbauhöhe ist der Abstand zwischen der Rohdecke und der Oberkante des fertigen Bodenbelags. In ihr müssen Bodenbelag, Kleber, Abdichtung, Estrich, Dämmung und – falls vorhanden – eine Fußbodenheizung Platz finden, zusätzlich zum Ablaufkörper der Dusche. Im Neubau ist das unproblematisch. Im Altbau, besonders bei Gebäuden mit Holzbalkendecken, ist der Aufbau oft deutlich niedriger.

Prüfen Sie vor dem ersten Angebot diese fünf Punkte:
  1. Aufbauhöhe messen lassen. Verlässlich geht das nur durch eine Bauteilöffnung oder anhand von Bauunterlagen. Eine Schätzung „von oben“ ist keine Planungsgrundlage.

  2. Position des vorhandenen Abflusses klären. Liegt der Bodenabfluss oder der Wannenablauf günstig, spart das erheblichen Aufwand. Muss die Abwasserleitung verlegt werden, wird es teuer, weil ein Gefälle von 1 bis 2 Prozent zum Fallrohr eingehalten werden muss.

  3. Deckenkonstruktion feststellen. Bei Holzbalkendecken sind Balken, Heizungsrohre und Leitungen in der Geschossdecke die eigentlichen Hindernisse. Individuell angefertigte flache Rinnen können sie oft umgehen.

  4. Zugang zum Raum darunter prüfen. Bei niveaugleichen Duschen im Bestand kann es nötig sein, die Entwässerungsleitung unterhalb der Geschossdecke zu führen und im Raum darunter eine abgehängte Decke einzubauen. Das setzt Zugriff und Einverständnis voraus.

  5. Untergrund für die Abdichtung bewerten. Im hoch beanspruchten Duschboden der Wassereinwirkungsklasse W2-I sind feuchteempfindliche Untergründe wie Holz und Holzwerkstoffe nicht geeignet. In diesem Fall sind besondere Konstruktionen erforderlich.

Wichtig:

Lassen Sie diese Prüfung vom ausführenden Fachbetrieb schriftlich dokumentieren, bevor Sie einen Auftrag erteilen. Wenn Aufbauhöhe und Ablaufsituation im Angebot benannt sind, tragen Sie das Risiko späterer Nachträge nicht allein.

Wenn Sie den Umbau über die Pflegekasse oder die KfW mitfinanzieren wollen, sollten Sie die Reihenfolge kennen: Zuerst Bedarf und Bestand klären, dann Kostenvoranschlag einholen und den Antrag stellen. Bei der Pflegekasse ist eine Antragstellung vor Beginn dringend zu empfehlen; bei der KfW muss der Antrag vor Vorhabensbeginn gestellt werden. Eine Übersicht der Programme finden Sie in unserem Ratgeber zur Förderung für den barrierefreien Badumbau.

Pflege.net Jetzt Anbieter in Ihrer Region vergleichen

100% kostenlos und unverbindlich

Was tun, wenn die Aufbauhöhe nicht ausreicht?

Geht eine bodengleiche Dusche auch bei geringer Aufbauhöhe?

In den meisten Fällen ja. Extraflache Duschrinnen mit nur 20 oder 40 mm Einbauhöhe, Wandabläufe, superflache Duschelemente sowie Bodenablauf- und Membranpumpen ermöglichen den Einbau auch dort, wo Standardsysteme nicht passen.

Die folgenden Lösungen kommen in der Praxis zum Einsatz:

Lösung Prinzip Geeignet wenn Zu bedenken
Extraflache Duschrinne Rinne mit 20 bis 40 mm Einbauhöhe, wandbündig, Maßanfertigung möglich Aufbauhöhe knapp, Wände nicht rechtwinklig Ablaufleistung muss zur Brause passen
Wandablauf Ablauf in der Wand statt im Boden Bodenabfluss liegt ungünstig Vorwandinstallation nötig
Superflaches Duschelement vorgefertigtes Gefälleelement mit integrierter Abdichtungsebene Bodenaufbau reicht knapp aus Standardmaße, weniger Gestaltungsfreiheit
Bodenablaufpumpe / Membranpumpe Duschwasser wird aktiv abgepumpt kein Gefälle zum Fallrohr herstellbar Technik mit Strombedarf und Wartung
Ablauf durch die Geschossdecke Leitung wird nach unten geführt Raum darunter zugänglich, Eingriff möglich abgehängte Decke im Raum darunter
Podest Duschbereich wird angehoben letzte Möglichkeit erzeugt genau die Stufe, die vermieden werden soll

Zwei Praxishinweise sind hier besonders wertvoll. Erstens: Ein einseitiges Gefälle im Duschbereich, das mit einer wandbündigen Rinne kombiniert wird, erlaubt die Verlegung großformatiger Fliesen und ein schwellenfreies Durchfliesen des gesamten Bades. Das ist nicht nur optisch ruhiger, sondern reduziert Fugen und damit den Reinigungsaufwand.

Zweitens: Duschrinnen sind nicht an Standardlängen gebunden. Sie werden zentimetergenau gefertigt, und auch nicht rechtwinklige Wandecken im Altbau lassen sich über Sonderanfertigungen mit abweichenden Stirnwinkeln lösen. Bevor ein Podest akzeptiert wird, sollte deshalb ein erfahrener Fachbetrieb die Sonderlösungen prüfen.

Wie läuft der Einbau Schritt für Schritt ab?

Wie lange dauert der Umbau von der Wanne zur bodengleichen Dusche?

In der Regel drei bis fünf Arbeitstage; wird das Bad komplett neu verfliest, sollten Sie etwa eine Woche einplanen. Der Ablauf folgt fast immer der gleichen Reihenfolge.

01.
Phase 1 – Demontage (Tag 1):

Badewanne oder Duschtasse und Wannenträger werden ausgebaut, die Fliesen im betroffenen Bereich entfernt und der bestehende Abfluss freigelegt und geprüft. Erst jetzt ist verlässlich zu sehen, wie der Bodenaufbau tatsächlich aussieht.

02.
Phase 2 – Untergrund und Ablauf (Tag 2):

Der Ablaufkörper oder die Rinne wird lagesicher am tiefsten Punkt eingebaut, anschließend werden Estrich und Gefälle hergestellt. Das Gefälle soll je nach Material 0,5 bis 1,5 Prozent betragen; 2 Prozent sollten nicht wesentlich überschritten werden, weil sonst die Rutschgefahr steigt und ein Rollstuhl abdriftet. Wird die Rinne an der Wand eingebaut, empfiehlt sich ein Gefälle von 2 Prozent zur Wand; liegt die Linienentwässerung dagegen zwischen Duschbereich und übrigem Bad, sollte das Gefälle auf mindestens 0,5 Prozent reduziert werden, damit das Duschwasser nicht über den Rost in den Raum überschießt.

03.
Phase 3 – Abdichtung (Tag 3):

Der Boden wird nach DIN 18534 im Verbund abgedichtet, Ecken und Übergänge werden mit Dichtbändern, Vliesen und Formstücken verstärkt, Rohrdurchführungen mit Dichtmanschetten gesichert. Danach müssen die Trocknungszeiten des Herstellers eingehalten werden.

04.
Phase 4 – Fliesen und Abtrennung (Tag 4 bis 5):

Fliesen werden verlegt und verfugt, die Glasabtrennung montiert und die Anschlussfugen elastisch verschlossen. Am Ende folgt eine Dichtheits- und Funktionsprüfung mit laufendem Wasser.

05.
Phase 5 – Ausstattung:

Erst jetzt werden Haltegriffe, Duschsitz und Brausestange montiert. Vorbereitet werden müssen sie allerdings viel früher: Die Wandverstärkung für Griffe und Klappsitz gehört in Phase 2, nicht in Phase 5.

Praxishinweis:

Planen Sie die Nutzung während der Bauzeit mit. Ist nur ein Bad vorhanden, klären Sie vorab, an welchen Tagen WC und Waschbecken nutzbar sind. Bei Pflegebedürftigkeit lohnt es sich, die Maßnahme mit einer Kurzzeitpflege oder einem Aufenthalt bei Angehörigen zu verbinden.

Warum ist die Abdichtung nach DIN 18534 der kritischste Punkt?

Muss der Boden einer bodengleichen Dusche abgedichtet werden?

Ja, zwingend. Böden in häuslichen Bädern sind grundsätzlich abzudichten. Der Boden im Duschbereich fällt in die Wassereinwirkungsklasse W2-I (hohe Beanspruchung); ohne feste Duschabtrennung gilt diese Klasse für den gesamten Badboden. Maßgeblich ist die DIN 18534.

Das ist der teuerste denkbare Fehler beim gesamten Umbau: Eine mangelhafte Abdichtung zeigt sich oft erst nach Monaten – als Feuchtefleck an der Decke des Raumes darunter. Dann müssen Fliesen, Estrich und Aufbau erneut geöffnet werden.

Diese Punkte sollten Sie kennen und im Angebot wiederfinden:
  • Wassereinwirkungsklassen: W0-I (gering) bis W3-I (sehr hoch). Duschboden = W2-I; angrenzender Badboden = W1-I, aber nur bei fest eingebauter Duschabtrennung. Ein Duschvorhang genügt dafür nicht.

  • Abdichtungsmaterialien im Verbund (AIV-F): Mineralische Dichtungsschlämmen benötigen eine Mindesttrockenschichtdicke von 2,0 mm, Reaktionsharze 1,0 mm, Polymerdispersionen 0,5 mm. Polymerdispersionen sind für den Duschboden in W2-I nicht geeignet.

  • Rissklassen: Verbundabdichtungen sind nur für die Rissklasse R1-I (Rissbreite bis 0,2 mm) zugelassen.

  • Ablauf: am tiefsten Punkt und lagesicher einzubauen; die Flanschbreite sollte mindestens 50 mm betragen, herstellerabhängig sind in den Klassen W0-I bis W2-I auch 30 mm zulässig.

  • Anstauhöhe: Nach DIN EN 1253 ist eine Anstauhöhe von 20 mm über dem Rinnenrost gefordert; daraus ergibt sich der maximale Abflusswert.

  • Untergrund: Feuchteempfindliche Untergründe wie Holz und Holzwerkstoffe sind im W2-I-Bodenbereich für die Verbundabdichtung nicht geeignet.

Ergänzend gelten das ZDB-Merkblatt „Abdichtungen im Verbund“ und die DIN 18157 für Dünnbettverlegung. Die DIN 18534 stammt aus dem Jahr 2017 und wurde zwischenzeitlich überarbeitet; achten Sie darauf, dass Ihr Betrieb die aktuelle Fassung anwendet.

Praktischer Rat: Lassen Sie sich die fachgerechte Ausführung der Abdichtung schriftlich bestätigen und die Abdichtungsebene fotografieren, bevor gefliest wird. Das kostet nichts und ist im Streitfall Ihr wichtigster Nachweis. Wer eine KfW-Förderung nutzt, kann dafür die Fachunternehmerbestätigung für den Förderbereich 5 „Badumbau und Maßnahmen an Sanitärräumen“ verwenden.

Was kostet der nachträgliche Einbau 2026?

Wie viel kostet eine bodengleiche Dusche im Bestand?

Die Nachrüstung im Altbau kostet je nach Ausgangslage 3.500 bis 8.000 Euro. Der reine Einbau einer bodengleichen Dusche liegt bei 3.000 bis 5.000 Euro, mit Glasabtrennung bei 4.000 bis 7.000 Euro, der komplette Umbau von der Badewanne zur bodengleichen Dusche bei 4.000 bis 8.000 Euro.

Position Kostenspanne 2026
Bodengleiche Dusche, Einbau komplett 3.000 bis 5.000 Euro
Mit Glasabtrennung insgesamt 4.000 bis 7.000 Euro
Umbau Badewanne zu bodengleicher Dusche 4.000 bis 8.000 Euro
Duschrinne (Material und Einbau) 300 bis 800 Euro
Abdichtung nach DIN 18534 400 bis 800 Euro
Fliesen im Duschbereich (Material und Verlegung) 40 bis 120 Euro je m²
Glasabtrennung Walk-in 800 bis 1.500 Euro
Glasabtrennung mit Pendeltür 1.200 bis 2.000 Euro
Gemauerte begehbare Dusche ab 5.000 Euro
Handwerkerstundensatz 45 bis 60 Euro
Quellen: Eventbau (Stand 21.02.2026), Gira (16.04.2026) und MyHammer-Preisradar (10.12.2025).

Diese Spannen sind Orientierungswerte. Sie verschieben sich durch die regionale Preisstruktur, die Materialwahl und vor allem durch den Zustand des Bestands. Ein verlässlicher Preis entsteht erst nach einer Begehung mit Prüfung von Aufbauhöhe und Ablaufsituation.

Bei der Finanzierung sind mehrere Wege kombinierbar, sofern nicht dieselben Kosten doppelt gefördert werden. Die Pflegekasse zahlt bei Pflegegrad 1 bis 5 bis zu 4.180 Euro je Maßnahme (§ 40 Abs. 4 SGB XI). Ohne Pflegegrad steht der KfW-Kredit 159 mit bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit offen, den auch Mieter beantragen können. Der KfW-Investitionszuschuss 455-B ist nach Angaben der KfW derzeit nicht beantragbar, weil die Bundesmittel ausgeschöpft sind; eine Antragstellung wäre erst wieder möglich, wenn 2027 erneut Mittel bereitgestellt werden. Zusätzlich lassen sich 20 Prozent der Arbeitskosten, höchstens 1.200 Euro pro Jahr, nach § 35a Abs. 3 EStG von der Steuer abziehen – allerdings nicht für öffentlich geförderte Maßnahmen, für die zinsverbilligte Darlehen oder steuerfreie Zuschüsse in Anspruch genommen werden.

Welche Kostenfallen sollten Sie kennen?

Warum wird eine bodengleiche Dusche oft teurer als geplant?

Weil die entscheidenden Kostentreiber im Bestand verborgen sind und erst nach der Demontage sichtbar werden. Die häufigsten sind ein ungünstig liegender Abfluss, eine zu geringe Aufbauhöhe und die vergessene Entsorgung.

Die acht typischen Kostenfallen im Überblick:

Kostenfalle Warum sie teuer wird Was Sie tun können
Abwasserleitung muss verlegt werden Neues Gefälle zum Fallrohr, Eingriff in Estrich oder Decke Ablaufposition vor Auftragserteilung prüfen lassen
Aufbauhöhe zu gering Sonderlösungen, Anpassung des Bodenniveaus Bauteilöffnung vorab, Alternativen im Angebot benennen lassen
Rückbau und Entsorgung nicht kalkuliert Bauschutt, Wannenträger, alte Fliesen Position „Demontage und Entsorgung“ ausdrücklich fordern
Großformat oder Naturstein höhere Material- und Verlegekosten Fliesenformat früh entscheiden, Alternativpreis einholen
Sonderanfertigungen bei Glas Maßanfertigung deutlich teurer als Standardmaße Standardmaße prüfen, Aufpreis separat ausweisen lassen
Schiefe Wände und alte Leitungen mehr Arbeitszeit, Ausgleichsarbeiten Stundensätze und Regiearbeit im Angebot regeln
Zu schmale offene Walk-in-Lösung Spritzwasser im Bad, spätere Nachrüstung offene Lösungen ab etwa 120 cm Breite gelten als unkritisch
Haltegriffe nachträglich Fliesen müssen erneut geöffnet werden Wandverstärkung in derselben Baumaßnahme einplanen
Quellen: Eventbau, Gira und Bäder Seelig.

Vier Details verdienen zusätzliche Aufmerksamkeit. Rutschhemmung: Für die private Dusche gilt R10 beziehungsweise Bewertungsgruppe B als Minimum; bei erhöhtem Sturzrisiko empfehlen Fachplaner R11 beziehungsweise Klasse C. Die Klasse steht im technischen Datenblatt der Fliese. Glasstärke: Bei Duschabtrennungen aus Einscheibensicherheitsglas gelten 8 mm als Minimum, bei Walk-in-Lösungen sind 10 mm die bessere Wahl. Haltegriffe: Sie müssen in der Wand verankert und dürfen nicht geklebt werden; auf Trockenbauwänden ist eine tragfähige Hinterkonstruktion nötig. Ablaufleistung: Achten Sie bei schwellenfrei durchgefliesten Duschen auf eine konstant hohe Ablaufleistung der Rinne, sonst steigt bei voll aufgedrehter Regenbrause das Wasser über den Rost.

Fazit: Erst Bestand prüfen, dann Angebote einholen

Der nachträgliche Einbau einer bodengleichen Dusche ist in den meisten Bestandsbädern technisch möglich – auch im Altbau, auch bei Holzbalkendecken und auch bei geringer Aufbauhöhe. Was über Kosten und Qualität entscheidet, ist nicht die Produktwahl, sondern die Reihenfolge: Wer Aufbauhöhe, Ablaufsituation und Abdichtungskonzept vor der Auftragsvergabe klärt, bekommt belastbare Angebote und vermeidet Nachträge.

Für den Alltag zählen am Ende drei Werte: ein Übergang ohne Restschwelle, ein Gefälle von höchstens 2 Prozent und ein Bodenbelag mit ausreichender Rutschhemmung. Und eine Vorbereitung, die nichts kostet, aber später viel wert ist: die verstärkte Wand für Haltegriffe und Duschklappsitz.

Wenn ein Pflegegrad vorliegt oder in Aussicht steht, sollten Sie die Fördermittelfrage vor dem ersten Handwerkerauftrag klären. Den Zuschuss der Pflegekasse sollten Sie möglichst vor Beginn der Arbeiten beantragen. Bei KfW-Förderungen muss der jeweilige Antrag vor Vorhabensbeginn gestellt werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Gängige Systeme benötigen eine Gesamtaufbauhöhe von 65 bis 100 mm. Extraflache Duschrinnen kommen mit 20 oder 40 mm Einbauhöhe aus und ermöglichen den Einbau auch im Altbau mit geringem Bodenaufbau.

In vielen Fällen ja. Balken, Heizungsrohre und Leitungen in der Geschossdecke lassen sich durch maßgefertigte flache Rinnen umgehen. Alternativ wird der Ablauf durch die Geschossdecke geführt oder eine Duschwasserpumpe eingesetzt. Die Machbarkeit muss immer im Einzelfall vom Fachbetrieb geprüft werden.

Zur Vermeidung von Pfützen sind je nach Material 0,5 bis 1,5 Prozent Gefälle erforderlich. Ein Wert von 2 Prozent sollte nicht wesentlich überschritten werden, weil die Rutschgefahr steigt und ein Rollstuhl abdriften kann.

Für die Nutzung kann ein Vorhang genügen, für die Abdichtung nicht. Ohne fest eingebaute Duschabtrennung ist der gesamte Badboden nach DIN 18534 in der Wassereinwirkungsklasse W2-I abzudichten. Ein Duschvorhang gilt nicht als feste Abtrennung.

Üblich sind drei bis fünf Arbeitstage, bei kompletter Neuverfliesung bis zu einer Woche. Während der Abdichtungs- und Trocknungsphasen ist der Duschbereich nicht nutzbar. Ob WC und Waschbecken zwischenzeitlich verfügbar bleiben, sollte vorab schriftlich vereinbart werden.

Ja, wenn ein Pflegegrad von 1 bis 5 vorliegt und die Maßnahme die häusliche Pflege ermöglicht, erheblich erleichtert oder eine selbstständigere Lebensführung wiederherstellt. Der Zuschuss beträgt bis zu 4.180 Euro je Maßnahme. Der Antrag sollte möglichst vor Beginn der Arbeiten gestellt werden.